Wenn mich Menschen fragen, was ich beruflich mache und dann „Ich bin ein Medium“ hören, dann machen die meisten zuerst große, erstaunte Augen. Da ich ohne wallende Kleider und Glaskugeln unterwegs bin, sondern meist in Jeans und Sneakers, ist es eben eine unerwartete Antwort. Doch im nächsten Augenblick erzählen sie mir von ihren eigenen „seltsamen“ Erlebnissen und ihren Erfahrungen mit dem Tod von nahestehenden Menschen. Oder sie stellen gleich ganz viele Fragen. Hier die meist gestellten Fragen, die medialen FAQs sozusagen 😉

Was macht man eigentlich als Medium?

Als Medium verbindet man sich entweder mit dem Energiefeld des Klienten oder mit der geistigen Welt und stellt Kontakte zu Verstorbenen oder Geistführern her, die den Klienten sehr gut kennen.

Im ersten Fall ist es eine Art „Aura-Reading“, bei dem ich mich in Ihr Energiefeld hineinfühle und Informationen einhole, welche Blockaden Ihnen gerade besonders zu schaffen machen und was es mit diesen auf sich hat. Selbstverständlich ist das Ziel dabei, nicht nur genau zu ermitteln, woher ein bestimmtes Muster kommt, sondern dieses aufzulösen – und damit die einhergehenden, belastenden Emotionen.

Im zweiten Fall, also bei der Herstellung von Kontakten zum Jenseits bzw. der geistigen Welt, verbinde ich mich sozusagen nach oben, und „übersetze“ die Botschaften von jemandem aus der geistigen Welt. Das können Verstorbene sein, die einem nahe waren, aber auch Geistführer. Bei einem professionell hergestellten Kontakt ist eine beweisführende Vorgehensweise wichtig, das heißt, das Medium muss den Kontakt so genau beschreiben können, dass es für den Klienten eindeutig ist, um wen es sich handelt. Im Falle von Verstorbenen sind das also überprüfbare Informationen und Beschreibungen, die nicht einfach auf 90% der Menschen zutreffen, sondern sehr spezifisch sind. Im Falle des geistigen Teams, also der Geistführer, ist das natürlich etwas anders: Denn die meisten Menschen, die zu mir kommen, kennen ihr geistiges Team oft gar nicht. Dieses muss also mit speziellen und individuellen Informationen aufwarten.

Was hat man als Klient davon?

Manchmal wissen wir in unserem Leben einfach nicht weiter oder wir kämpfen mit bestimmten emotionalen Mustern, die immer wiederkehren. Da kann ein Blick aus einer anderen Perspektive oft sehr hilfreich sein: einerseits über Informationen aus dem Energiefeld (was ist da abgespeichert? woher kommt dieses Muster?), andererseits eben über Kontakte zur geistigen Welt. Gerade wenn wir selbst die Orientierung verloren haben, sind solche Hinweise sehr hilfreich. Denn nicht nur die Auflösung der belastenden Emotionen hilft, sondern auch der neue Blickwinkel: Wir entdecken Lösungsmöglichkeiten und Auswege aus unserem Labyrinth, die wir vorher nicht wahrgenommen haben. Die Umsetzung der Hinweise und anstehenden Veränderungen liegt an uns. Aber durch die gewonnen Erkenntnisse fällt es leichter, alte, belastende Muster zu lösen. Einen weiteren Aspekt meiner Arbeit sehe ich darin, den Menschen die Angst vor dem Tod zu nehmen und in manchen Fällen auch als Sterbebegleitung.

Mit welchen Anliegen und Themen kommen die Menschen zu dir?

Die meisten Menschen, die zu mir kommen, möchten einfach ein belastendes Problem lösen: Stress in der Beziehung, berufliche Schwierigkeiten, belastende Emotionen wie Angst, Wut oder Traurigkeit zum Beispiel. Das vorrangige Ziel ist, den Ursprung der alten Muster zu “knacken”. Bei vielen Menschen sind es auch hartnäckige, körperliche Symptome (natürlich nach ärztlicher Abklärung), deren energetische Ursache aufgespürt und gelöst werden soll. Mit konkreten Informationen lassen sich Dinge nunmal leichter angehen. Und alleine die Erkenntnis, woher etwas kommt, hat schon etwas Lösendes an sich. Bei einigen Menschen steht tatsächlich der Wunsch nach einem Jenseits-Kontakt im Vordergrund oder auch das Bestreben, eine bessere Verbindung zu seinem geistigen Team aufzubauen. Denn wir alle haben geistige Helfer, auch wenn nicht alle daran glauben 😉

Arbeitest du auch mit Kindern?

Ja, allerdings nur nach einem Vorgespräch mit den Eltern. Die Sitzungen mit Kindern schauen natürlich anders aus als bei Erwachsenen. Hier geht es vorrangig, darum energetische Blockaden zu lösen. Ich verbinde mich also eher mit dem Energiefeld der Kinder, wobei mir wichtig ist, die gesamte Situation im Familiensystem zu berücksichtigen. Bei der Arbeit mit Kindern kommen eher kinesiologische Methoden oder Biophotonen-Neuausrichtungs-Spiegel zum Einsatz.

Welche Arten von Sitzungen gibt es?

Grundsätzlich teilt sich die Arbeit eines Mediums in unterschiedliche Arbeitsweisen bzw. Sitzungsarten:

  • Aura-Reading (das Medium verbindet sich mit den Energiefeld des Klienten und kann so Auskunft über Speicherungen in der Aura, Problembereiche und deren Ursprünge Auskunft geben)
  • Seelen-Reading (Soul Reading) ist ähnlich wie das oben genannte Aura-Reading, geht aber noch eine Ebene tiefer, nämlich zur Seelen-Energie und dem einhergehenden Seelenplan
  • Jenseitskontakt – die wohl bekannteste Sitzungart ist das Herstellen von Jenseitskontakten, also das Kontaktieren eines Verstorbenen aus dem Umfeld des Klienten. Dabei wird einerseits der Verstorbene beschrieben, andererseits seine Botschaft an den Klienten “übersetzt”.
  • Trance Healing – dabei wird nur sehr wenig gesprochen, sondern vielmehr über die Verbindung zur Geistigen Welt ein hochschwingendes Energiefeld aufgebaut. Das Ziel ist es, in einen tiefen Entspannungszustand zu kommen und somit die Selbstheilungskräfte zu aktivieren

Man muss nicht unbedingt wissen, welche Art der Sitzung man am liebsten hätte. Das ist auch von der Person und ihrer derzeitigen Lebenssituation abhängig. Die meisten Menschen, die zu mir kommen, haben einfach ein bestimmtes Problem, bei dem sie gerne Orientierung und Hilfe zur Selbsthilfe hätten. Sie wissen nicht im vorhinein, welche Art der Sitzung sie sich wünschen, sie wollen einfach eine Lösung – im Laufe der Sitzung kommen dann oft auch verschiedene der oben genannten Sitzungsarten zum Einsatz. Auch wenn man sich eine bestimmte Art der Sitzung wünscht, ist es gut offen zu sein: nicht immer ist zum Beispiel der Kontakt zum gewünschten Verstorbenen möglich (meistens schon, aber eben nicht immer).

Das mit den medialen Fähigkeiten – könnte das jeder?

Das kann natürlich nicht jeder, aber das kann jeder lernen.
Es ist wie bei einem Tisch! Einen Tisch bauen kann im Prinzip jeder von uns. Nur werden manche Tische eben hübscher und stabiler ausfallen, je nach Talent und Ausbildung. Und je mehr man sich mit etwas beschäftigt, je lieber man es macht – desto besser wird man einfach darin. Wie bei allen anderen Berufen ist es so, dass es einfach Menschen gibt, denen etwas leichter fällt als anderen. So wie es Menschen gibt, die handwerklich geschickt sind und andere, die gut mit Zahlen umgehen können. Für meine Steuerberaterin ist also meine Arbeit ein unergründliches Mysterium, genauso wie für mich die Arbeit meiner Steuerberaterin 😉. Es ist im Grunde eine Art geistiges Handwerk, an die man aber sehr verantwortungsbewusst und sensibel herangehen muss.

Ist das nicht Einbildung oder Suggestion?

Nein, eine echte, professionelle mediale Kontaktaufnahme hat nichts damit zu tun, dass man die Körpersprache oder etwaige Signale des Klienten analysiert und aufbauend auf diesen irgendwelche Aussagen zusammenschmiedet. Es ist derart konkret und eindeutig, dass die Wahrscheinlichkeitsrechnung in eins zu vielen Milliarden geht, dass man diese Informationen erraten könnte. Es wurde übrigens auch schon wissenschaftlich untersucht, nicht nur dass es ein Leben nach dem Tod gibt, aber auch dass eine solche Kontaktaufnahme möglich ist – mit replizierbaren Ergebnissen. Es wurden nicht nur Doppelblind-Studien, sondern auch Dreifachblind-Studien durchgeführt. Wer sich einen Einblick verschaffen möchte, hier ein paar Literaturtipps:

AJ Rock, J Beischel. GE Schwartz, Thematic Analysis of Research Mediums’ Experiences of Discarnate Communication, Journal of Scientific Exploration, 2008, 22, 179-192.

J Beischel, GE Schwartz, Anomalous information reception by research mediums demonstrated using a novel triple-blind protocol. EXPLORE: The Journal of Science & Healing, 2007, 3,23–27

AE Roy, TJ Robertson, A double-blind procedure for assessing the relevance o fa medium’s statements to a recipient. Journal of the Society for Psychical Research, 2001, 65,161–174.

GE Schwartz, LGS Russek, LA Nelson, C Barentsen. Accuracy andreplicability of anomalous after-death communication across highly skilled mediums. Journal of the Society for Psychical Research, 2001, 65,1–25.

Leben nach dem Tod – wissenschaftliche Ansätze | Kim Penberthy im Gespräch https://www.youtube.com/watch?v=Q-cZjZ-T1AQ