Sommer, Sonne, Sonnencreme?

Auf letzteres sollten wir wohl lieber verzichten, wenn wir uns nicht über die Haut vergiften wollen. Klingt übertrieben? Ist es aber leider nicht, wie  Studien eindringlich zeigen.

Künstliche Sonnencreme – Schutz durch Schadstoffe!?

Die starke Sonneneinstrahlung mit der die Chemie-Schicht dann noch in Berührung kommt, verstärkt die Schädlichkeit der Substanzen noch mehr. Abgesehen davon, dass Sonnencreme uns davon abhält, das so wichtige Vitamin D zu produzieren.

Ob es um Hormonhaushalt, Schilddrüsenprobleme oder sogar neurotoxische Effekte geht, Sonnencreme hat so einiges drauf:

Recent advances on endocrine disrupting effects of UV filters
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4997468/

Sun lotion chemicals as endocrine disruptors
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25885102

Neurotoxic effect of active ingriendients in sunscreen products, a contemporary review.
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2214750017300288

 

Künstlicher Sonnenschutz schützt nicht vor Krebs

Und wer gedacht hat, dass Sonnencreme ja vor Hautkrebs schützt – das stimmt leider nicht. Überhaupt nicht:

Use of sunscreen and risk of melanoma and non-melanoma skin cancer: a systematic review and meta-analysis
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29620003

 

Natürliche Öle als gesunder Schutz vor Sonne!

Wenn man die Haut nach und nach an die Sonneneinstrahlung gewöhnt, braucht man im Grunde gar keine Sonnencreme. Wer trotzdem nach einem geeigneten Sonnenschutz sucht, der kann auf natürliche Öle zurückgreifen – Himbeerkernöl führt in der Liste der Sonnenschutz-Öle, weil es den größten Schutzfaktor aufweist. Aber bei moderater Sonneneinstrahlung kann man sich auch wunderbar mit Sesamöl, Jojoba-Öl, Avodado-Öl oder auch Kokosöl schützen. Letzteres ist für den Urlaub sowieso eine gute Idee: schließlich wehrt es nicht nur Mücken ab, man kann auch die Haut damit pflegen, falls man es mit der Sonne doch übertrieben hat. Und auch noch Pancakes damit backen 😉

Sonnenschutz von innen!

Innerlich hilft die Einnahme von Astaxanthin, weil es der Haut hilft, sich selbst zu schützen. Ein anderer bemerkenswerter Stoff: Lycopin (auch: Leukopin) unterstützt den Körper dabei, die Zellen vor Sonneneinstrahlung abzuschirmen. Und ist praktischerweise in Tomaten, Wassermelonen, Grapefruits und allen roten Früchten enthalten. Wie man sieht, ist in der Natur alles genial geregelt, denn der Sommer ist ja genau die Tomaten-, Kirschen- und Melonenzeit. Wer es lieber grün statt rot mag, dem sei was Sonnenschutz angeht vor allem Brokkoli ans Herz gelegt, aber auch Spinat, Petersilie, Sellerie und Artischocken.

Foto: Samer Daboul, pexels.com

Auszug aus dem Buch “Allergien revolutionär”

Warum es trotzdem möglich ist, dass solche chemischen Sonnencremen – trotz der erwiesenen Schädlichkeit – auf dem Markt sind, beschreibe ich genauer in meinem Buch „Allergien revolutionär“.
Hier ein kleiner Auszug aus dem Kapitel „Auf der Haut ist unter der Haut“:

„Als Konsumenten gehen wir davon aus, dass ein Produkt, das wir im Supermarkt oder der Drogerie kaufen können, unbedenklich ist und in puncto Sicherheit geprüft wurde. Doch Kosmetika müssen nicht eigens zugelassen werden, um im Verkaufsregal zu landen.

Da sich die Stoffe auch gegenseitig noch potenzieren können und die genaue Zusammensetzung oft im Dunklen bleibt, stehen die Prüfbehörden oft auf verlorenem Posten. Wie verloren dieser ist, zeigen die Zahlen des Wissenschaftlichen Ausschusses „Verbrauchersicherheit“ der Europäischen Union (SCSS). Dieser berichtet, dass 2.500 Duftstoffe in Kosmetika, Waschmitteln, Parfüms und anderen Haushaltsprodukten eingesetzt werden (natürlich nicht alle auf einmal). Im Gutachten des SCSS steht weiter: „Manchmal können sie Hautreizungen und allergische Reaktionen hervorrufen.“  Zum Schutze der Verbraucher hat man sich in der Allergenverordnung von 2013 darauf geeinigt, dass bestimmte Stoffe gekennzeichnet werden müssen, wenn sie verwendet werden. Sie dürfen zwar eingesetzt werden, müssen aber deklariert werden. Die Liste der kennzeichnungspflichtigen Substanzen umfasst nur 26 Positionen und der Umfang der Kennzeichnung hängt davon ab, ob die Produkte auf der Haut verbleiben sollen oder abgespült werden.

26 von 2.500, man gibt sich also mit einer einprozentigen Transparenz zufrieden. Die restlichen 2.474 Substanzen dürfen somit auch ohne Kennzeichnung verwendet werden. Im Kampf für den Verbraucher ließ die SCSS aber nicht locker. Bei weiteren 101 Stoffen wurde das allergene Potential nachgewiesen und bei 26 als wahrscheinlich eingestuft. Aus Sorge um die Konsumenten wurde sofort reagiert und den Herstellern empfohlen, diese Stoffe zu kennzeichnen. Empfohlen. Man legt den Konzernen nur nahe, dass es schon ganz nett wäre, wenn sie diese Stoffe deklarieren würden. Wenn sie gerade Zeit und Lust haben. Die Kosmetikhersteller werden sich das bestimmt zu Herzen genommen haben.“ [M. Stampfer, Allergien revolutionär, 3. Auflage 2019]