Der Hauttest (Prick-Test), ungemütlich und…ungenau

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Eigentlich will man durch einen Allergie-Test wissen, wogegen man allergisch ist. Der Haut-Test hat aber noch ein ganz anderes „Feature“.

Wie funktioniert der Haut-Test?

Erstmal der Reihe nach: Beim sogenannten Prick-Test werden Allergen-Lösungen nebeneinander auf die Haut aufgetragen und diese Hautstellen dann leicht angeritzt, damit die Flüssigkeit in die Haut eindringen kann. Nach einer kurzen Wartezeit sieht man, ob die Hautstellen auf die einzelnen Substanzen reagieren oder auch nicht.

Ein positives Ergebnis zeigt sich in Form von Rötungen, Juckreiz oder Quaddelbildung. Es bedeutet aber nicht, dass er Patient mit Sicherheit allergisch ist. Genau genommen zeigt dieser Test nur die Allergiebereitschaft an, also die Sensibilisierung auf einen Stoff (man kann sensibilisiert sein, aber partout keinerlei allergischen Symptome haben).

Der Test hält nicht unbedingt, was er verspricht…

Doch den meisten Betroffenen ist nicht bewusst, dass dieser Test oft keine richtigen Ergebnisse liefert (vor allem bei Nahrungsmitteln) und theoretisch sogar zu einer Allergie führen könnte.
Ganz generell stellt sich die Frage, wie das Immunsystem auf die Verletzung der Haut  und den Kontakt zu Nahrungsmitteln über diese wunden Stellen reagiert und wie zutreffend die Test-Resultate sind.

Denn von Natur aus kommen wir nicht über aufgeritzte Haut mit Pfirsich & Co. in Kontakt, sondern über die Mundschleimhaut. Das ist auch der Grund dafür, warum der Haut-Test bei Nahrungsmitteln nicht besonders verlässliche Ergebnisse liefert. Wir essen nun mal nicht über die Haut und bei Nahrungsmitteln liegt der Haut-Test deshalb oft vollkommen falsch. (1)(2)(3)

Prick-Test

Kann dieser Test eine Allergie verursachen?

Reizt man die Haut und bringt sie mit Allergenen in Verbindung, könnte man unter Umständen nicht nur unklare Ergebnisse bekommen, sondern auch gleich eine Allergie. Ja, auch wenn der Test von offizieller Seite als sicher eingestuft wird: Es ist möglich, sich über die verletzte Haut eine Allergie anzutrainieren.

Dass das Einspritzen von Allergenen zu einer Allergie führen kann, weiß man schon seit über hundert Jahren (wer es genau wissen möchte, Rosenau und Anderson haben das 1905 entdeckt). Und heutzutage gibt es bereits eine Reihe von Forschungen, die genau das aufzeigen. Dass es aber auch ohne tiefe Injektion, nur über die Haut auch funktionieren kann, ist wissenschaftlich längst untersucht worden, hier eine kleine Auswahl:

 

Wer noch ein wenig mehr über die Möglichkeiten der Sensibilisierung über den Haut-Test wissen möchte, der ist beim Artikel von  Dr. Janice Joneja bestens aufgehoben (in englischer Sprache).

Hat der Test auch Vorteile?

Der große Vorteil des Haut-Tests ist der Preis, denn meist wird er von der Krankenversicherung übernommen. Uns bei Pollen-, Hausstaubmilbe- oder Schimmelpilz-Allergien kommen die Resultate oft ziemlich gut hin.

Fazit: Hat man also ein kleines Kind und man möchte unbedingt einen schulmedizinisch anerkannten Test machen, dann wäre vielleicht eine Mikrochip-Diagnostik die bessere Idee als der Haut-Test.

Die Mikrochip-Diagnostik ist nicht ganz billig, dafür reicht nur ein Tropfen Blut aus und man geht seinem Sprössling weit weniger auf die Nerven. Möglich wäre natürlich auch der günstigere, klassische IgE-Test über eine etwas üppigere Blut-Probe). Bei den Alternativen stellt sich die Frage, wozu man den Haut-Test eigentlich noch braucht, wenn es weniger stressige, dafür aber zuverlässigere Methoden gibt.